Bestand & Erhaltung

In der Schweiz gibt es heute rund 80 000 Ziegen, die von 7 000 Besitzerinnen und Besitzern gehalten werden. Gut ein Drittel der Ziegen ist im offiziellen Herdebuch des Schweizerischen Ziegenzuchtverbands eingetragen. Das Herdebuch enthält nur Zuchttiere, die ein bestimmtes Mindestalter erreicht haben und nachweislich die typischen Merkmale ihrer Rassen aufweisen.

RASSENSTATUS «KRITISCH»

Einige Rassen gelten als gefährdet. Die Bestimmung des Gefährdungsstatus durch das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) erfolgt auf der Basis des Monitoringsystems für tiergenetische Ressourcen in der Schweiz (GENOM). Dieses stützt sich auf verschiedene Indikatoren wie die Populationsgrösse, den Inzuchtkoeffizienten, den Grad der Introgression (Vermischung von Rassen) sowie die geografische Verteilung einer Rasse.

Der Status der Appenzellerziege wird als einzige Ziegenrasse der Schweiz nicht «nur» als gefährdet, sondern als «kritisch» eingestuft. Dementsprechend erhalten die Züchterinnen und Züchter auch die höchsten Beiträge vom BLW, um den Erhalt zu fördern. Der Schweizerische Ziegenzuchtverband stellt die entsprechenden Angaben und Gesuchsformulare auf seiner Website zur Verfügung.

HERDEBUCH IN DEN JAHREN 1936-2025

Der Herdebuchbestand der Appenzeller Ziegen hat sich in den letzten Jahrzehnten insgesamt positiv entwickelt. Wie die untenstehende Grafik zeigt, hat sich die Zahl der eingetragenen Appenzeller Ziegen seit 1936 mehr als verdreifacht und seit 1977 verdoppelt.

Infolge einer administrativen Bereinigung des Herdebuchs kam es im Jahr 2015 zu einem deutlichen Rückgang der eingetragenen Tiere. Der Herdebuchbestand aller Rassen sank damals um rund 25 Prozent, wovon auch die Appenzeller Ziegen betroffen waren.

In den letzten Jahren blieb der Bestand weitgehend stabil. Per 1. Juni 2025 waren im Herdebuch insgesamt 1 253 Appenzeller Ziegen eingetragen (91 Böcke, 1 162 Ziegen).

Bestand in den Kantonen

Im Jahr 2025 waren Appenzeller Ziegen aus 21 Kantonen im Herdebuch verzeichnet. Der Hauptteil der Tiere lebt weiterhin in den Kantonen der Herkunftsregion der Rasse, namentlich in Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und St. Gallen. Erfreulicherweise sind Appenzeller Ziegen in zunehmendem Mass auch in der Westschweiz anzutreffen.

Der Bestand nach Kantonen gliedert sich wie folgt:

Kanton

2021

2022

2023

2024

2025

Aargau

0 1 0 6 6

Appenzell Innerrhoden

338 315 338 316 283

Appenzell Ausserrhoden

351 329 341 342 340

Bern

47 42 47 50 40

Basel-Land

0 0 0 0 0

Basel-Stadt

0 0 0 0 0

Freiburg

12 11 12 14 12

Genf

0 0 0 0 0

Glarus

21 14 21 19 22

Graubünden

1 0 1 3 3

Jura

6 5 6 6 7

Luzern

5 3 5 10 22

Neuenburg

2 2 2 2 2

Nidwalden

0 0 0 0 1

Obwalden

6 2 6 6 5

St. Gallen

347 338 312 367 349

Schaffhausen

4 4 4 0 3

Solothurn

0 0 0 0 2

Schwyz

78 78 78 78 79

Thurgau

28 26 28 39 39

Tessin

0 0 0 0 0

Uri

0 0 0 11 10

Waadt

1 1 1 1 6

Wallis

6 2 14 16 14

Zug

0 0 0 0 0

Zürich

13 10 13 11 8

Aktive und langfristig ausgerichtete Massnahmen sind unerlässlich, um die nachhaltige Entwicklung und den Erhalt der Appenzeller Ziege als wertvolle einheimische Nutztierrasse sicherzustellen.

Für die Appenzeller Ziege hat der Schweizerische Ziegenzuchtverband (SZZV) gemeinsam mit Partnern wie ProSpecieRara und der Appenzeller Ziegenprodukte AG einen breit abgestützten Absatzmarkt aufgebaut. Dieser umfasst die Verarbeitung von Milch aus reinen Appenzeller Ziegenbeständen zu hochwertigen Käse- und Milchprodukten, die über einen eigenen Laden, eine Schaukäserei sowie teilweise auch über den Fachhandel und Grossverteiler vermarktet werden.

Die meisten Lieferanten aus dem Appenzellerland halten traditionell nur kleine Herden von Appenzeller Ziegen. Unter diesen strukturellen Voraussetzungen ist eine zentrale Abnahme und Verarbeitung der Milch von zentraler Bedeutung, da sie den Betrieben einen wirtschaftlich tragfähigen und administrativ bewältigbaren Marktzugang ermöglicht.

Bereits frühere Projekte, unter anderem in den 2000er-Jahren, zeigten die Wirksamkeit dieses Ansatzes: Durch die gezielte Vermarktung eines reinen Appenzellerziegen-Käses in Zusammenarbeit mit ProSpecieRara, Coop und einer regionalen Käserei stieg die Nachfrage nach Milch dieser Rasse deutlich an. Dies führte zu höheren Milchabsätzen und in der Folge zu einem Ausbau der Bestände, da die Milch der Appenzeller Ziegen vermehrt verarbeitet und erfolgreich vermarktet werden konnte.

Gesamtbestand der Appenzeller Ziegen

In der nationalen Tierverkehrsdatenbank (TVD) werden sämtliche Nutztiere in der Schweiz erfasst, unabhängig davon, ob sie im Herdebuch eingetragen sind. Die Identitas AG erstellt als Betreiberin der TVD im Auftrag des Bundes verschiedene Auswertungen, unter anderem zur Bestandesentwicklung der Ziegen nach Rassen.

Gemäss diesen Daten leben in der Schweiz insgesamt rund 4’000 Appenzellerziegen und -böcke. Die Statistik der letzten drei Jahre zeigt ausgeprägte saisonale Schwankungen, wobei die höchsten Tierzahlen jeweils in den Monaten der Ablammung erreicht werden. Wie der Vergleich mit der Herdebuchstatistik verdeutlicht, wird nur ein kleiner Teil der geborenen Gitzi tatsächlich für die Zucht verwendet.

Die Trendlinie weist über die vergangenen Jahre auf einen leicht rückläufigen Gesamtbestand hin.

© appenzellerziege.ch

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