Gesundheit & Pflege
Wie kann ich gegen Zecken vorbeugen?
Meine Ziegen haben schon ab März immer sehr viele Zecken. Das Mittel, das ich von meinem Tierarzt bekommen habe, wirkt zwar gegen Zecken, ist aber so stark, dass sie starken Juckreiz und kahle Stellen bekommen. Hätten Sie Tipps für Alternativen? Auf einer amerikanischen Homepage habe ich von Tests gelesen, die mit pflanzlichen Entwurmungsmitteln gemacht wurden. Bei fast allen Wurmarten wurden anähernd gleich gute Ergebnisse erzielt wie mit chemischen Entwurmungsmitteln. Das Mittel war ein Pulver aus verschiedenen Kräutern (Wermut, Wurmfarn etc.). Haben Sie schon einmal von so etwas in der Schweiz gehört und wenn ja: wissen sie, wo man so etwas beziehen könnte?
Der Zeckenbefall ist schwer zu bekämpfen. Eine regelmässige Kontrolle ist deshalb wichtig. Gefundene Zecken sollten sofort mit der Zeckenzange entfernt werden. Bei einem starken Befall, sollten vorbeugende und behandelnde Massnahmen ergriffen werden. Wir verwenden in der «Zecken-Hochsaison» zudem zur Vorbeugung 'Butox pour on', das auf den Rücken aufgebracht wird. Obwohl das Mittel primär gegen Fliegen und Bremsen gedacht ist, entwickelt es auch eine recht gute Wirkung gegen Zecken. Die Wirkung dauert etwa vier Wochen. Verwendet werden zur Vorbeugung und Behandlung auch 'Taktic' (nicht für laktierende Ziegen!) oder 'Cyhalothrin pour on', denen ebenfalls ein mehrwöchiger Schutz zugemessen wird. Ich vermute, Sie haben das letzte Mal zur Behandlung 'Acarin liquide' verwendet, das ebenfalls u.a. gegen Zecken wirken soll, aber häufig den Nebeneffekt hat, dass die Haare ausfallen. Dr. Schaette bietet ein natürliches Tierwaschmittel 'MilbiZid' zur Vorbeugung und Behandlung bei Befall von Läusen, Flöhen, Milben und anderen Lästlingen an. Ob es auch bei Zecken hilft, wissen wir allerdings nicht. Pflanzliche Entwurmungsmittel, die einen starken Befall eliminieren können, sind uns nicht bekannt. Positive Erfahrungen haben wir mit der Abgabe von Esparsette, zum Beispiel in Pelletform, gemacht. Esparsette enthält natürliche Tannine, die eine unterstützende Wirkung gegen innere Parasiten bei Ziegen haben. Die Gerbstoffe hemmen die Eiablage der Würmer und können die Eiausscheidung deutlich reduzieren. Dadurch sinkt die Belastung der Weiden mit Wurmlarven. Auch Esparsette ist jedoch kein Ersatz für synthetische Entwurmungsmittel. Die Wirkung lässt auch nach, sobald die Fütterung endet. Wer wenig Chemie einsetzen will, sollte vor allem auf die Vorbeugung achten und nur ganz gezielt Entwurmungsmittel einsetzen. Wichtig sind eine konsequente Stallhygiene und ein - nach Möglichkeit - regelmässiger Weidewechsel.
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Was kann ich gegen das wunde Zahnfleisch meiner Ziege tun?
Hallo, ich habe heute festgestellt, dass eine unserer Ziegen wunde Zähne hat. Das heisst, das Zahnfleisch am Unterkiefer ist gerötet und wund. Habt ihr Tipps für uns, was da am sinnvollsten ist, was wir machen können?
Die Wunden können durch eine Zahnfleischentzündung verursacht sein. Bei Lämmern treten solche Entzündungen beim Durchbruch der Zähne gehäuft auf. Bei erwachsenen Ziegen können die Ursachen der Zahnwechsel, Fremdkörper im Zahnfleisch, die Überbelastung durch das Abnagen von Buschwerk oder aber auch ein Zahnerkrankung sein. Letztere treten offenbar gehäuft auf, wenn die Ziegen in jugendlichen Jahren nicht genügend Mineralien, insbesondere Calcium und Phosphat bekommen hat. Wenn die Wundstellen nicht bald deutlich abheilen, sollte der Tierarzt gerufen werden. Denn schwere Zahnfleischentzündungen und Zahnerkrankungen verursachen nicht nur Schmerzen, sondern können auch zu irreparablen Zahnschäden führen. Eine fachkundige Untersuchung ist auch angezeigt, weil Ziegen sich in der Regel gegen das Öffnen des Mundes mit aller Vehemenz wehren. [\*\*[Wie kann ich gegen Zecken
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Wie oft muss ich meine Ziegen entwurmen?
Wir haben neu drei Ziegen. Ein Kollege meint, ich müsse sie jedes Jahr entwurmen. Stimmt das? Und woher bekomme ich das Wurmmittel?
Bei grösseren Beständen sowie bei Standweiden sind präventive Wurmkuren im Frühjahr und Spätherbst sinnvoll. Teilweise wird dieses Vorgehen auch für Zwergziegen empfohlen, da diese als recht anfällig gegenüber Parasiten gelten. Bei einer kleineren, überschaubaren Anzahl Tiere wie der Ihrigen ohne besondere Anfälligkeit genügen jedoch regelmässige Kotanalysen. Ebenfalls wichtig ist ein gutes Beobachten der Tiere (Nährzustand, Schleimhautfarbe, Kotbeschaffenheit). Magen-Darmwümer können sich rasch entwickeln und die Tiere innert weniger Tage stark schwächen. Wenn tatsächlich ein Wurmbefall eintritt, lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt ein geeignetes Präparat geben. Da die Tiere Resistenzen gegen Entwurmungsmittel entwickeln können, muss der Vermeidung des Wurmbefalls besondere Beachtung geschenkt werden. Als Präventionsmassnahmen werden unter unter anderem empfohlen: - eine gute Stallhygiene, - ein regelmässiger Weidewechsel , - das Nachmähen nach dem Beweiden, - das Meiden von Feuchtgebieten für die Beweidung, - das Separieren erkrankter Tiere auf der Weide und - die Entwurmung neuer Tiere.
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Kann Parasitenbefall zum Tod einer Ziege führen?
Gestern ist eine Geiss gestorben. Sie war noch gesund als ich sie gekauft hatte und war eine der ersten wo man streicheln konnte. Item, vor paar Wochen hatte sie sich nicht mehr am Kopf streicheln lassen (das hatte sie gern gehabt). Es hatte so ausgesehen wie sie Angst hatte und sie war auch matt, gefressen hatte sie immer, aber in der letzter Zeit nicht normal. Könnten das Parasiten sein oder etwas anderes? Die Ziege hatte auch gehustet, und den «Schnuderie» gehabt seit ich sie hatte.
Das Bild, das sie zeichnen mit Husten und Nasenfluss, könnte tatsächlich auf Lungenwürmer hindeuten, allenfalls verbunden mit einer Lungenentzündung und verminderter Nahrungsaufnahme. Man unterscheidet zwischen grossen und kleinen Lungenwürmern. Die kleinen Lungenwürmer werden durch Schnecken als Zwischenwirte verbreitet und bleiben sehr lange ansteckungsfähig. Wenn die Lungenwürmer der alleinige Grund für den Tod der Ziege waren, ist davon auszugehen, dass die Ihre Weiden im Moment stark mit Würmern belastet sind. Trotz der Gefahr von Resistenzen empfiehlt sich in diesem Fall eine präventive Entwurmung im Frühjahr und Herbst. Vor allem die Entwurmung im Frühjahr (ca. eine Woche vor dem Weidegang) hilft, die weitere Verbreitung auf den Weiden zu verhindern. Wenn die selben Symptome bei einer anderen Ziege trotzdem wieder auftreten, sollte der Tierarzt rasch gerufen werden, damit er handeln kann, bevor es für das Tier zu spät ist. Und noch ein Rat für den nächsten Ziegenkauf: Neue Ziegen sollten nach dem Kauf immer entwurmt werden, bevor sie zur Herde gelassen werden.
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Was passiert bei einer Wurmmittel-Überdosis bei trächtigen Ziegen?
Wir haben zwei BDE Ziegen, die eine ist jetzt knapp einen Monat trächtig. Da unsere nicht trächige etwas appetitlos war, haben wir uns vom Tierarzt ein Entwurmungsmittel geben lassen. Bei einer Kotuntersuchung kam ein Zwergfadenwurmbefall raus. Dieses Mittel könnten beide problemlos bekommen. Das würde nichts machen, jede soll die Hälfte des Beutels fressen. Jetzt habe ich leider erst hinterher über Rintalpellets gelesen, dass die nicht im ersten Monat der Trächtigkeit gegeben werden sollen. Zudem hab ich festgestellt, dass die empfohlene Tierarztdosis ziemlich überdosiert war, d.h. 95g pro Ziege. Jetzt mache ich mir Vorwürfe, weil ich aus Zeitgründen nicht vorher die Tierarztempfehlung überprüft habe. Er möchte in 14 Tagen nochmal entwurmen, ist das nötig? Was meinen Sie, kann das Schäden verursacht haben?
Wir verfügen leider über keine eigene Erfahrung mit Rintal. Ich gehe aber davon aus, dass Ihr Tierarzt die Dosis bewusst gewählt hat. Eine unterdosierte Abgabe verfehlt die Wirkung und führt zu Resistenzen. Um dies zu vermeiden, verschreiben Tierärzte für Ziegen häufig eher mehr als auf der Packung des Entwurmungsmittels angegeben ist. Einzuberechnen ist auch, dass bei der Verabreichung oft etwas daneben geht. Rintal enthält Benzimidazole, die zwar sehr gut verträglich sind, aber aufgrund des häufigen Einsatzes nur noch eine eingeschränkte Wirkung haben. Dies gilt offenbar in besonderem Masse für Rintal, das schon lange auf dem Markt ist. Aufgrund der geringen Wirkung würde ich Ihnen empfehlen, 7-10 Tage nach Abschluss der Wurmkur mittels Kotuntersuchung den Erfolg zu kontrollieren. Sollten die Würmer noch in grösserem Umfang vorhanden sein, wäre ein anderes Entwurmungsmittel zu wählen, das nach Möglichkeit auch aus einer anderen Wirkstoffgruppe stammt. Bei der Wahl des Mittels ist darauf zu achten, dass die Ziegen trächtig sind.
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Wann soll die erste Wurmkur bei Zicklein erfolgen?
Hallo, vor einer Woche ist ein kleines Zicklein gekommen. Wann soll die erste Wurmkur erfolgen?
Ich würde auf ein prophylaktisches Vorgehen verzichten und erst bei einem Befall entwurmen. Dies erfordert allerdings eine genaue Beobachtung der Tiere. In der Regel werden Magen-Darm-Würmer ab dem 2. Monat ein Thema (selten auch früher). Krankheitsanzeichen sind eine chronische Abmagerung trotz Appetit und nur teilweise Durchfall. In den ersten Wochen sollten Sie aber vor allem auf eine andere Parasitenart, die Kokzidien, achten. Sie kennzeichnen sich durch breiigen Kot bis Durchfall, vermehrtes Schreien, Appetitlosigkeit und Abmagerung. Zur Vorbeugung dienen vor allem Hygiene im Stall und eine ausgewogene Fütterung. Bei Befall sollten Sie zur Behandlung ihren Tierarzt beiziehen. Bei beiden Parasitenarten bringt eine Kotuntersuchung endgültige Klarheit. Zur Vorbeugung ist ebenfalls bei beiden Parasitenarten aufgrund der Anfälligkeit der Jungtiere darauf zu achten, dass die Muttertiere möglichst geringfügige Träger sind.
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Ist es nicht auch möglich, dass es im Heu Würmer hat?
Dies ist tatsächlich möglich. Gemäss FIBL können Magen-Darmwürmer im Heu bis zu 6 Monate überleben. In Silage liegt die Überlebensdauer bei 2-4 Wochen. Heu von verseuchten Weiden muss demnach vor der Verfütterung relativ lange gelagert werden. Noch besser ist es aber, die Parasitenbelastung generell einzudämmen. Neben einem guten Weidemanagement sollten feuchte und schattige Flächen nicht als Weide, sondern nur zur Schnittfuttergewinnung genutzt werden.
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Wie erkenne ich einen Wurmbefall bei meinen Ziegen?
Ich hätte drei Fragen zum Thema Würmer:
Frage 1: Gibt es an hügeligen bis steilen Hängen weniger Parasiten (Würmer)? Wenn das Wasser schnell ablaufen kann!
Auf feuchten Böden ist die Parasiten-Gefahr tatsächlich wesentlich grösser. Die Hanglage ist damit in der Regel nicht schlecht. Wenn die Weiden übernutzt sind, besteht allerdings auch hier eine akute Verwurmungsgefahr (vgl. Rubrik Weidehaltung).
Frage 2: Wenn man das ganze Jahr im Stall füttert (und der Stall sauber ist), ist das Risiko von Würmer auch kleiner?
Absolut! Die Ziegen würden allerdings dennoch die Weide in freier Natur vorziehen.
Frage 3: Sagen wir mal, dass man 4 Hektaren Land hat und man hält bis 30 oder mehr Ziegen und man hat noch Ackerbau. Alle zwei Jahre kommt eine Hektare der 4 unter den Pflug. Reduziert das auch das Risiko von den Würmern?
Dieses Vorgehen ist sicher nicht schlecht. Wesentlich wichtiger ist es aber, dass die Tiere während des Jahres konsequent die Weide wechseln.
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Gibt es ein Programm für gezielte Entwurmungen bei Kleinwiederkäuern?
Trotz Entwurmungen leiden unsere Ziegen an Würmern. Das Tierspital Zürich empfahl uns, alle 3 - 4 Monate konsequent zu entwurmen (Wechselweiden haben wir bereits eingeführt). Am Rande wurde mir ein "Programm" für gezielte Entwurmungen erwähnt. Kennen Sie ein Kleintier-Wiederkäuer-Programm für Entwurmungen?
Ich kann Ihnen den Beratungs- und Gesundheitsdienst für Kleinwiederkäuer empfehlen. Dort können Sie die Kotproben einschicken und Sie werden hinsichtlich der geeigneten Entwurmungsmassnahmen sehr kompetent beraten. Die Teilnahme ist zudem recht kostengünstig.
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Welche Klauenprobleme können bei Ziegen auftreten?
Ich habe ein Problem mit meinen Burenziegen. Bei zwei meiner Ziegen löst sich an den Klauen das Klauenhorn. Trotz monatlicher Klauenpflege tritt keine Besserung ein. Ich halte schon über 10 Jahre Ziegen und habe das Klauenproblem nur bei den Burenziegen. Die Ziegen halte ich in einem Kaltstall und sie haben über das ganze Jahr Auslauf. Fütterung: Sommer Weide und wenig Heu / Leckstein; Winter Heu und Silo / Leckstein. Ist das ein Rassenproblem oder liegt es an meinen Ziegen?
Die Rasse der Burenziegen ist mir nicht für schwache Klauen bzw. häufigere Klauenprobleme bekannt. Im Gegenteil: eine gute Marschfähigkeit bildet ein wichtiges Zuchtziel der Burenziege. Es muss demnach tatsächlich an Ihren Ziegen liegen. Möglicherweise ist das Problem vererbt. Bekannte Ursachen für Klauenprobleme wie hohe Mengen an Kraftfutter, zu wenig Raufutter, zu wenig Mineralstoffe oder eine vernachlässigte Klauenpflege scheinen bei Ihnen ja nicht vorzuliegen. Im Handel werden Sprays zur Kräftigung der Klauen angeboten. Ebenso werden Mineralstoffmischungen angeboten, die eine positive Wirkung auf den Klauenwuchs haben sollen. Ob diese Angebote tatsächlich etwas taugen, ist mir allerdings nicht bekannt. Allenfalls weiss Ihr Tierarzt einen klugen Rat, wie das Problem angegangen werden kann.
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Wie pflege ich die Klauen meiner Ziegen richtig?
Bei einer meiner Ziegen löst sich immer wieder das Horn von den Klauen. Woran liegt das und was kann ich tun?
Dass sich das Wandhorn löst, kann bei jeder Ziege gelegentlich vorkommen, sollte aber nicht die Regel sein. Wenn sich die Tiere meist auf weichem Boden bewegen, kann dies die unerwünschte Ablösung fördern. Manche Ziegen sind auch besonders anfällig und gehören dann nicht in die Zucht. In jedem Fall gilt: Wichtig ist, dass das lose Wandhorn weggeschnitten wird. Ansonsten kann es zu Entzündungen und Lahmheiten kommen. Beim Schneiden ist zudem darauf zu achten, dass die weisse Linie sichtbar wird. Nur so kann sich das Wandhorn wieder schliessen.
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Gibt es Faktoren, welche die hohle Wand begünstigen?
Ich schreibe Ihnen, weil ich eine Meinung zur «hohlen Wand» brauche. Hier kann mir kein Tierarzt bzw. Mitglieder von Ziegenforen weiterhelfen. Einer meiner Böcke und eine Ziege hat erhebliche Probleme mit der Hornablösung. An einem Huf fast bis zum Ansatz. Mir wird gesagt ich muss alles an losem Horn abschneiden. OK - verstehe ich, damit der Druck nach oben weg ist und das Horn nachwachsen kann. Gibt es irgendwelche Faktoren die die hohle Wand begünstigen? Ernährung bzw. Mangel an irgendwas, ist genetisch was bekannt?
Die Hohlraumbildung an der seitlichen Klauenwand wird auch als «Krankheit der weissen Linie» bezeichnet. Die weisse Linie, ein Art Kittsubstanz, wird rissig, wodurch Feuchtigkeit und Dreck eindringen kann, was wiederum zur Hohlraumbildung führt. Schmutz und kleine Steine drücken die Wand mit jedem Schritt zurück, wodurch der Hohlraum am Ende bis zum Kronsaum gelangen kann. Die Folge ist primär die Deformation der Klauen. Es kann aber auch zu Infektionen und damit verbundenen, schmerzhaften Wandabzessen und Lahmheiten kommen Wenn die Krankheit wiederholt oder bei mehreren Tieren auftritt, ist zu prüfen, ob die Mineralstoffversorgung gewährleistet ist, insbesondere von Zink und Selen. Weiter kann die Ursache genetisch bedingt sein. In diesem Fall sollte mit betroffenen Tieren nicht weiter gezüchtet werden. Wie Sie selber festgestellt haben, ist die Behandlung darauf ausgerichtet, mit Schere und Messer den Hohlraum zu entfernen. Leider wird häufig nur eine Behandlung vorgenommen und dabei nicht der gesamte Hohlraum entfernt. Nicht selten ist dies in einem Schritt nicht möglich, wenn keine schmerzhaften Verletzungen der Klaue riskiert werden sollen. In der Regel sind deshalb Nachbehandlungen erforderlich. Die betroffenen Ziegen sollten im Abstand von zwei bis drei Wochen nachbehandelt werden, bis der Hohlraum verschwunden ist.
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Welchen Klauenschneider empfehlen Sie für Ziegen?
Können Sie mir bitte eine Adresse von einem Klauenschneider in (...) oder Umgebung mitteilen. Vielen Dank!
Die Ziegenklauen werden in aller Regel vom Ziegenhalter und seinen Helfern selbst geschnitten. Dies liegt einerseits am relativ geringen Aufwand pro Tier und andererseits an den meist überschaubaren Bestandesgrössen. Ziegenhalter ohne Erfahrung lassen teilweise ihren Tierarzt den Klauenschnitt vorzunehmen. Andere ziehen einen bekannten Ziegenhalter mit Erfahrung bei, der die Arbeit zumindest vorübergehend übernimmt. Möglicherweise kennt die Ziegenzuchtgenossenschaft in Ihrer Nähe auch einen Ziegenhalter, der solche Arbeiten gegen Entgelt gerne übernimmt. Letztlich ist der Klauenschnitt aber keine Hexerei, vor allem wenn man es zu zweit machen kann (arbeitsteiliges Schneiden und Fixieren/Beruhigen). Es ist deshalb empfehlenswert, das Schneiden der Klauen selber zu erlernen (bei einem erfahrenen Ziegenhalter oder in einem Kurs der Ziegenzuchtgenossenschaft).
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Was tun bei Klauenproblemen an den Hinterfüssen meines Ziegenbocks?
Ich habe einen Ziegenbock der an den Hinterfüssen seit ein paar Tagen lahmt. Er kann also nicht mehr richtig gehen und schleppt die beiden Hinterläufe immer nach. Was ist das und was kann ich tun?
Lahmheiten weisen auf Schmerzen hin. Zunächst sind die Klauen zu prüfen (sauberer Klauenschnitt? Fremdkörper in der Klaue? Verletzung der Klaue?). Weitere Ursachen - wenn auch weniger wahrscheinliche - können Klauenrehe, Lippengrind, Fussräude, Zwischenklauenentzündungen oder Moderhinke sein. Ebenso zu Lähmungen führen Gelenkschwellungen und -entzündungen verschiedenen Ursprungs. Durch das Abtasten der Gelenke, Sehnen und Klauen können der Schmerz und allfällige Abnormitäten am Bewegungsapparat lokalisiert werden. Die Schmerzen können auch durch eine Entzündung des Euters oder Hodens verursacht sein, die sich auf die Bewegungsfähigkeit der Hinterbeine auswirkt. Auch hier lohnt sich also ein Blick. Nachdem Ihr Ziegenbock nun aber offenbar bereits einige Tage lahmt, ohne dass die Ursachen offenkundig sind, empfehle ich Ihnen, Ihren Tierarzt zur Kontrolle beizuziehen. [[Wie kann ich meine Ziege in die Herde
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Ist es für die Ziege schädlich, wenn sie auf den Fesseln steht?
Meine Ziege ca. 10 Mt. alt, steht etwas auf den Fesseln. Mir ist klar, dass sie damit nicht gute Punkte an Ausstellungen holt, das stört mich aber nicht. Nächsten Sommer geht sie auf die Alp und ich denke, dass es die Beine stärkt, wenn sie über Steine und Fels springen kann. Ist es für die Ziege selber schädlich, oder könnte es zu Problemen führen, wenn sie auf den Fesseln steht?
Weiche Fesseln sind bei Ziegen immer wieder anzutreffen. Ihre Auswirkungen sind - je nach Ausprägung - unterschiedlich. Sie behindern aber in jedem Fall die Standfestigkeit und können durch Fehlbelastungen zu gesundheitlichen Schäden, wie zum Beispiel Sehnenentzündungen, führen. Nicht von ungefähr bilden starke Klauen und Fesseln ein wichtiges Zuchtziel.
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Wann findet der Haarwechsel bei Ziegen statt?
Der Haarwechsel beginnt in der Regel im März und kann mehrere Monate dauern. Ein zügiger Wechsel ist ein positives Zeichen für das Wohlbefinden der Ziege. Wenn die Ziegen hingegen mit Mangelerscheinungen oder Wurmbefall zu kämpfen haben, kann sich das Abstossen der Haare stark verzögern.
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Warum bekommt meine Ziege kein Winterfell?
Ich hab zwei Zwergziegen. Die eine Ziege hat schon ein Winterfell und die andere gar nicht. Was was soll ich tun?
Das Unterhaar der Ziegen wächst im Herbst als Kälteschutz. Je nach Temperatur wird das Haar mehr oder weniger dicht. Die Stärke des Haarwachstums kann zudem sich auch zwischen Ziegen derselben Rasse deutlich unterscheiden. Sollte das Haarwachstum aber ungewöhnlich schwach sein, ist stets zu prüfen, ob ein gesundheitliches Problem besteht. Denn ein ungenügendes Haarwachstum kann auf ungenügende Ernährung, Mangelzustände oder Wurmbefall zurückzuführen sein.
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Warum verliert meine Ziege Haare?
Meine zwei Zwergziegen sind in letzter Zeit so matt geworden und haben stumpfe Haare. Sie sind um die Augen auch ganz weiss geworden. An manchen Stellen fallen sie aus. Was kann ich tun?
Sie sollten den Tierarzt verständigen, der ihre Tiere sorgfältig untersucht. Die Ursachen können vielfältig sein. Die Symptome könnten zum Beispiel auf einen Zinkmangel hindeuten. Die Behandlung erfolgt mit zinkhaltigem Salben und zinkhaltigem Pulver. Zudem sollten Sie aber auch Ihre Fütterung bzw. die Qualität des Futters kritisch hinterfragen. Mit Minerallecksteinen können Sie ebenfalls einen Beitrag zur besseren Versorgung leisten. Zinkmangel kann aber auch durch Magen-Darm-Parasiten verursacht werden. Ihr Tierarzt wird deshalb wohl auch eine entsprechende Kot-Untersuchung vornehmen.
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Was verursacht starken Haarausfall bei Ziegen?
Unsere ca. 3 jährige weibliche Ziege hat über den ganzen Rücken versträut einige ca.1,5 cm. grosse Knoten welche nicht nässen. Dazu hat Sie fleckenweise starken Haarausfall. Ihr Appetit ist weiterhin gut und Sie zeigt eigentlich kein verändertes Verhalten. Unser Tierarzt weiss nicht Bescheid und eine Behandlung mit Zinksalbe hat nicht geholfen. Es wäre schön, wenn es jemand gibt, der mir dazu einen Rat oder Tipp geben kann.
Wenn der wesentlich kompetentere Tierarzt vor Ort keinen Rat weiss, möchten wir uns keine Beurteilung aus der Ferne anmassen. Haarausfall kann häufig auf Mangelerscheinungen (vgl. vorangegangene Frage) oder auch auf Aussenparasiten zurückgeführt werden. So verursachen Haarbalgmilben Haarausfall und Pustelbildungen. Auch Pilzflechten können zu haarlosen Stellen am Körper führen. Andere Parasiten können wiederum einen starken Juckreiz verursachen. Das kräftige Kratzen und Schaben der Tiere führt ebenfalls zu lichten Stellen im Haarkleid. Je nach (möglicher) Diagnose ist die Behandlung festzulegen.
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Wie erkenne und behandle ich Haarlinge bei Ziegen?
Ich habe mal eine Frage, was kann ich machen, wenn meine Ziege Haarlinge/Schuppen hat und das Fell geht ein wenig aus? Soll ich sie auch mal baden, damit sie verschwinden? Ich habe auch vom Tierarzt ein Mittel bekommen aber das Fell geht trotzdem aus.
Zur Bekämpfung von Haarlingen gibt es verschiedenste Präparate und Anwendungsmethoden (zum Pudern, Waschen, Besprühen oder zur Injektion). Baden alleine - ohne ein spezifisches Waschmittel - wird bei einem starken Befall allerdings nicht helfen. Sie müssten sich dazu bei ihrem Tierarzt oder im Tierfachhandel ein entsprechendes Mittel geben lassen. Da Ziegen meist wenig Freude an der Nässe haben, wäre es zwar eine recht anstrengende Angelegenheit. Der Vorteil eines Bades ist aber, dass es "umfassend " ist, d.h. alle Körperstellen erfasst. Aufgrund der momentanen Aussentemperaturen trocknen die Tiere zudem rasch. Unabhängig davon, für welche Anwendungsart Sie sich entscheiden, gilt es folgendes zu beachten: Die Mehrzahl der angebotenen Mittel eliminiert nur die aktiven Parasiten und nicht die Eier. Eine zweite oder manchmal auch dritte Behandlung (nach jeweils einer Woche) ist dann unabdingbar. Zudem sind auch gewisse flankierende Massnahmen zu ergreifen. So gilt es den Stall gründlich zu reinigen, da Haarlinge immerhin acht Tage ohne Tierkontakt überleben können. Es empfiehlt sich im Weiteren, die Stallsituation und das Futterangebot, insbesondere die Mineralstoff- und Vitaminversorgung, kritisch zu überprüfen. Denn ein starker Haarlingsbefall ist vor allem bei geschwächten Tieren zu verzeichnen.
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Ist eine Zahnlücke bei Ziegen normal?
Ihre Ziege hat vermutlich die Milchschneidezähne verloren. Sie wachsen innerhalb von 1-2 Monaten nach. Der Zahnwechsel verläuft in Etappen, zunächst nach gut einem Jahr die Zangen (mittlere Schneidezähne), danach die inneren und äusseren Mittelzähne und am Ende die Eckschneidezähne nach rund drei Jahren. Wenn hingegen eine ausgewachsene Ziege einen Zahn verliert, muss sie mit der Zahnlücke leben. Das Gebiss sollte jedoch regelmässig kontrolliert werden. Da die Zähne bei Ziegen stetig wachsen, müssen sie sich gegenseitig abschleifen, damit die Tiere richtig kauen können. Fehlt ein Backenzahn im Unterkiefer wird das Gegenüber im Oberkiefer zu lang. Hier muss die Feile des Tierarztes Abhilfe schaffen. Die ausgewachsene Ziege verfügt übrigens über 32 Zähne: 24 Backenzähne im Ober- und Unterkiefer und 8 Schneide- bzw. Eckzähne im Unterkiefer. Im Oberkiefer hat die Ziege statt der Schneidezähne lediglich eine Kauplatte.
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Warum sind die Zähne meines Ziegenbocks verfärbt und wackelig?
Bei meinem Ziegenbock (3 Jahre) sind die beiden mittleren Schneidezähne braun verfärbt und 0.5 cm kürzer als die anderen Schneidezähne!!! Und die gesamte Zahnreihe und das Zahnfleisch wackelt!!! Meine andere Ziege (ebenfalls 3 Jahre) hat alle Schneidezähne gleich lang, weiss und es wackelt nichts .... Was hat das zu bedeuten? Hat der Ziegenbock vielleicht einen Mangel?
Ihre Beobachtungen müssen nicht besorgniserregend sein, wenn der Bock ansonsten keine besonderen Verhaltensmuster zeigt. Unregelmässigkeiten können auch mit dem Zahnwechsel in Verbindung stehen, der 3 ½ bis teilweise gar 4 Jahre dauert. Zudem können Ziegenzähne durchaus wackelig erscheinen, ohne dass grössere Probleme bestehen. Dennoch empfiehlt es sich, dem Tierarzt bei einem nächsten Besuch die Zähne zu zeigen. Allgemein lässt sich sagen, dass Zahnprobleme bei Ziegen nicht die Regel darstellen. Vor allem in fortgeschrittenem Alter kann eine ungenügende oder zu starke Zahnabnutzung sichtbar werden. Diese Unregelmässigkeiten können vom Tierarzt mit der Zahnraspel abgetragen werden, wenn die Ziege beim Fressen behindert wird. Bei weidenden Ziegen ist auch mit zunehmendem Alter eine Zahnsteinbildung festzustellen (brauner bis schwarzer Belag an den Zahnhälsen, insbesondere der Schneidezähne). Starke Zahnsteinbildungen können zum Zurückdrängen des Zahnfleisches und zu Parodontose mit Zahnausfall führen. Tatsächlich bilden auch fehlende Mineralstoffe eine Ursache für «schlechte» Ziegenzähne, insbesondere bei einer unausgewogenen Versorgung mit Kalzium, Phosphor oder Vitamin D. Bei einer solchen Unterversorgung sind aber stets weitere Symptome feststellbar (vermehrtes Liegen, klammer Gang, Lecksucht, Abmagerung, etc.). Es ist zudem davon auszugehen, dass in diesem Fall auch Ihre andere Ziege mit denselben (Zahn-)Problemen zu kämpfen hätte.
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Was bedeuten kalte Hörner bei meiner Ziege?
Eine unserer Ziegen steht nicht mehr gerne selber auf. Der Tierarzt konnte nichts finden. Sie frisst normal wenn man bei ihr im Stall ist und sie füttert. Die Hörner sind kalt und die Beine sind auch nicht gerade warm. Hat das was zu bedeuten? Wisst Ihr einen Rat?
Leider erlauben die Angaben keinerlei Spekulationen über die Ursachen der Schwäche Ihrer Ziege. Ziegen haben im Krankheitsfall gewöhnlich eine erhöhte Temperatur. Abweichungen nach unten sind weniger häufig, gelten aber als speziell bedenklich. Denn es weist darauf hin, dass die Abwehrkräfte am Schwinden sind. Allerdings gehe ich davon aus, dass Ihr Tierarzt die Temperatur mit dem entsprechenden Instrumentarium bereits gemessen hat und sie über Unregelmässigkeit informiert hätte. Der «Wärmetest» mit den Händen an Hörnern oder Beinen ist zudem wenig verlässlich. Am ehesten lässt sich eine gesundheitliche Beeinträchtigung an kalten oder heissen Ohren ablesen (Normalzustand: etwas kühler als der Körper).
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Wie behandle ich ein abgebrochenes Horn mit tiefem Loch?
Hallo, mir ist vor 2 Tagen ein kleiner Ziegenbock zugelaufen. Ein Horn ist am Ansatz abgebrochen und hing nur noch mehr an einem Hautfetzen.Habe das ganze abgeschnitten und mit Jod und Ballistol alles gereinigt, die Fliegen-Maden die über die ganze Kopfhaut und Resthorn verteilt waren , sind weg. Allerdings ist da ein tiefes Loch in dem abgebrochenen Horn. Geht in den Kopf rein. Fleisch oder was auch immer sieht (dank Ballistol?) rosig aus. Fauliger Geruch ist nicht festzustellen zuerst lief Eiter raus. (Kopf hochhalten) und dann irgendein rotziges Zeug. Wie soll ich weiter verfahren. Das Loch zustopfen oder offen lassen. Reinigen oder gar nichts mehr machen. Besteht die Möglichkeit das sich das Ganze verschliesst. Oder soll man das mit einer Masse (z.b. für Pferdehufe) zuspachteln.
Es ist äusserst ehrenwert, dass Sie das Tier aufgenommen haben. Es war auch richtig, die Wunde sofort zu desinfizieren. Jetzt sollten Sie aber nicht weiter selber Hand anlegen, sondern einen Tierarzt beiziehen und auf keinen Fall das Loch unbesehen zupflastern. Der Tierfinder ist zudem von Gesetzes wegen verpflichtet, den Eigentümer zu benachrichtigen. Wenn er ihn nicht kennt, dann muss er - zumindest in der Schweiz - eine Anzeige bei der örtlich zuständigen Stelle machen.
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Wie oft müssen Ziegen gegen Tetanus geimpft werden?
Wie oft müssen Ziegen gegen Tetanus geimpft werden? Jährlich oder reicht alle 2 Jahre? Habe letztes Jahr eine Ziege mit Tetanus verloren. War mit ihr in Hannover in der Tierklinik. Und noch eine Anschlussfrage: Gegen Breiniere werden sie bisher nicht geimpft. Ist das notwendig?
Gemäss den Angaben des Gesundheitsdiensts für Kleinwiederkäuer bestehen grosse Unterschiede zwischen den Tierarten hinsichtlich der Starrkrampf-Anfälligkeit. Ziegen verfügen über eine natürliche Widerstandfähigkeit und sind deshalb sehr selten betroffen. Die beste Wirkung der Tetanusimpfung für Lämmer wird erreicht, wenn das Muttertier im letzten Trächtigkeitsdrittel geimpft wird. Über das Kolostrum erhalten die Lämmer die Starrkrampf-Antikörper für die ersten vier Wochen. Diese sind wichtig, wenn es z.B. zu Geburtsverletzungen kommt oder einer Kastration in den ersten Lebenswochen vorgesehen ist. Werden Eingriffe bei Lämmern später vorgenommen, so sollte etwa 14 Tage vorher die Tetanusimpfung eingeplant werden. Die Impfstoffe für Breinierenkrankheit enthalten auch eine Starrkrampfkomponente. Über die nötige Wiederholungskadenz nach der Grundimmunisierung für die Breinierenimpfung existieren unseres Wissens unterschiedliche Fachmeinungen, die zwischen 6 Monaten und einem Jahr liegen. Impfungen wirken bei Ziegen generell weniger anhaltend wie z.B. bei Schafen, da die Antikörperbildung nach der Impfung geringer ausfällt.
Die Gefahr der Breinieren-Erkrankung ist gerade bei Zwergziegen in der Regel deutlich höher wie die Erkrankung an Wundstarrkrampf. Oder in den Worten von Marianne Brunner in ihrem grossen Zwergziegen Ratgeber ausgedrückt: «Impfen gegen die Breinierenkrankheit ist kostengünstig, erspart viel Leid und wirtschaftlichen Verlust.» Der positive Nebeneffekt ist, wie erwähnt, dass der Impfstoff mit der Tetanusimmunisierung kombiniert ist.
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Warum steht meine Ziege nicht mehr auf?
Meine Ziege ist trächtig, aber bis zur Geburt dauert es noch. Sie liegt den ganzen Tag im Stall und will nicht aufstehen auch wenn ich sie dazu auffordere. Sie frisst und trinkt normal.
Zwar ist es ein positives Zeichen, dass Ihre Ziege normal frisst und trinkt. Wenn sich seit Ihrem Mail nichts geändert hat und die Ziege nicht mehr aufsteht, würde ich Ihnen trotzdem empfehlen, den Tierarzt zu rufen. Festliegen kurz vor oder nach der Geburt kann zum Beispiel auf Milchfieber (Blutkalziummangel) oder Trächtigkeitstoxikose (Blutzuckermangel) hindeuten. Beide Krankheiten sind behandelbar.
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Warum frisst meine Ziege nicht mehr?
Wir haben ein kleines Gitzi, das die ganze Zeit schwankt und nicht recht gehen kann, meistens liegt und schwer atmet! Es trinkt keine Milch, was kann man da machen?
Wenn es nicht bereits geschehen ist, sollten Sie auf jeden Fall den Tierarzt rufen. Lämmerkrankheiten sind bekanntlich meist schwerwiegend. Ein häufiger Grund sind die ungenügende Aufnahme des Kolostrums und die damit fehlenden Resistenz. Teilweise lassen sich die Ursachen auch nicht endgültig klären. Dies trifft gemäss Fachliteratur z.B. auf die sog. «Lämmerschwäche» zu, auf die ihre Darstellung hindeuten könnte. Die Tiere trinken wenig oder nichts, schwanken oder bleiben liegen. Offenbar funktioniert in diesen Fällen der Labmagen nicht (genügend). Teilweise kann dieser mit Medikamenten stimuliert werden. Wenn die Milchaufnahme wieder gelingt, sind die Überlebenschancen deutlich höher.
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Was ist CAE bei Ziegen?
CAE (Caprine Atrhritis-Enzephalitis) ist eine Infektionskrankheit. Die Übertragung erfolgt vor allem über die Muttermilch, aber auch als Folge eines engen Kontakts zwischen Tieren (über Blut, Speichel, Atemluft). Rund zwei Drittel der infizierten Tiere bleiben klinisch gesund. Sie haben demnach nicht zu leiden. Wenn die Krankheit hingegen ausbricht, ist sie sicherlich sehr schmerzhaft. Symptome bei erwachsenen Tieren sind zum Beispiel struppiges Fell, Hautgeschwüre, Gelenksentzündungen, Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen sowie Verhärtungen und Entzündungen am Euter.
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Kann CAE auch in den Vorderfusswurzelgelenken auftreten?
Kann CAE in den Vorderfusswurzelgelenken vorne vorkommen. Unsere Ziege scheint entweder in den Zehengelenken oder im Gelenk darüber so Schmerzen zu haben, dass sie nur im äussersten Notfall auf die Hufe steht. Wenn sie sich bewegt, eher auf den Knien. Dies nun schon seit 3 Wochen und der Tierarzt konnte auch nichts feststellen (kein Fieber, keine Entzündungswerte). Sie frisst gut und trinkt und wirkt erstaunlicherweise - solange sie liegt - sehr zufrieden.
Ja. CAE kann über Jahre in den Ziegen schlummern und dann plötzlich - zum Beispiel aufgrund von Stresssituationen - ausbrechen. Die Gelenksentzündungen treten dann häufig zunächst an den Vorderfusswurzelgelenken auf, bevor sie sich weiter ausdehenen. Die Fortbewegung findet dann aufgrund der Schmerzen - wie von Ihnen beschrieben - nur noch auf den Gelenken der Vordergliedmassen statt. Äussere Zeichen sind die verdickten/geschwollenen Gelenke. Die Tiere magern zudem ab und weisen ein struppiges und mattes Fell auf. Falls Sie die vorgängig beschriebenen Symptome feststellen, würde ich den Tierarzt bitten, falls noch nicht geschehen, eine Blutuntersuchung durchführen zu lassen, mittels derer CAE festgestellt oder eben ausgeschlossen werden kann. Neben CAE gibt es weitere Krankheiten, die mit Gelenkenzündungen verbunden sein können. Das Verhalten Ihrer Ziege könnte aber zum Beispiel auch aus einer Klauenverletzung oder Klauenfäule resultieren. In schwereren Fällen ist auch hier häufig festzustellen, dass sich die Ziegen nur noch «auf den Knien» fortbewegen.
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Warum hat meine Ziege geschwollene Vorderbeine?
Eine Geiss hat seit 3 Tagen geschwollene Vorderbeine mehrheitlich an der untere Hälfte der Beine so am Fuss oder Fussgelenk! Sie hat auch Schmerzen an diesem Ort und bleibt liegen, aber manchmal steht sie schon noch auf! Vor zwei Wochen hatte sie schon Mühe gehabt, aber damals habe ich die geschwollenen Stellen noch nicht gesehen und habe gedacht, das könnte vielleicht auch sein, weil sie bald gitzeln will, sie hat schon ein schön geformtes Euter! Als ich es gesehen habe, habe ich ihr Penizilin (Antibiotika) gegeben und eine speziale Salbe zum das Geschwollene zu mindern. Diese Salbe ist mehrheitlich für Euterentzündungen, aber ich habe gedacht es könnte helfen. Wissen Sie vielleicht, was das sein könnte?
Geschwollene Vorderbeine deuten auf eine CAE-Infektion hin (Caprine-Arthritis-Encephalitis-Krankheit). Das häufigste Krankheitsbild sind Gelenksentzündungen (Arthritisform der CAE). Zu Beginn sind meistens die Vordergelenke und dann die Sprunggelenke befallen. Die Verdickung ist deutlich sichtbar. Nach und nach werden alle Gelenke entzündet. Antibiotika hilft in solchen Fällen nicht. Die Krankheit gilt als unheilbar. Eine Beurteilung aus der Ferne ist natürlich von sehr geringem Wert und die Ursachen können durchaus auch harmloser sein. Dennoch würde ich empfehlen, falls nicht sehr rasch eine Besserung eintritt, den Tierarzt zu rufen. Denn im Falle von CAE besteht ein erhebliches Risiko der Krankheitsübertragung auf weitere Tiere.
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Was bedeutet «CAE-freier Betrieb» bei Ziegen?
Was heisst CAE freier Betrieb? - Kann man Zwergziegen in Tiefstreu mit Mutterkühen zusammen halten und im Sommer auf die gleiche Weide lassen?
Alle Ziegenbestände gelten heute in der Schweiz als amtlich anerkannt "CAE-frei". Erst im Verdachts- oder Seuchenfall wird dem betroffenen Bestand die Anerkennung bis zur Aufhebung der Sperre entzogen. Die Bestände werden durch periodische serologische Untersuchungen überwacht. Wer sich nicht auf die Aussage des Verkäufers über seinen Status verlassen will, erkundigt sich vor dem Kauf beim kantonalen Veterinäramt nach dem CAE-Betriebsstatus des Verkäufers. Die gemeinsame Haltung von Kühen und Ziegen auf einer Weide ist durchaus möglich, wenn sie für alle genügend Futter bietet und der Zaun auch für Ziegen ausbruchsicher ist. Im Stall ist jedoch eine Abtrennung nötig.
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Warum geht meine Ziege beim Fressen auf die Knie?
Bei uns im Pferdestall ist eine Ziege, die sich nur noch auf ihre Knien fortbewegt. Ihre Klauen sind nach den Wurf von 2 gesunden Babys sehr lang und von unten rund geworden. Der Tierarzt hat etwas gegeben gegen Entzündung. An den Klauen ist keine Entzündung oder auch keine dicke Gelenke. Was kann das sein????
Bei einem solchen Verhalten der Ziegen liegt in der Regel eine Klauenerkrankung und/oder Gelenkentzündung nahe. Richtigerweise haben Sie den Tierarzt gerufen. Offenbar hat er entsprechend seiner Diagnose ein Mittel gespritzt. Hoffen wir, dass es doch noch anschlägt. Etwas irritiert bin ich allerdings über Ihre Aussage, die Klauen seinen "sehr lang und von unten rund geworden". Eine ungenügende Klauenpflege behindert die Ziegen massiv und kann auch die Ursache von schweren Infektionen und körperlichen Fehlentwicklungen sein. Die Klauen sollten deshalb mindestens alle 3-4 Monate geschnitten werden. Ein fachkundiger Klauenschnitt scheint mir aufgrund der Schilderung auch bei Ihrer Ziege angezeigt zu sein.
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Was ist eine Schlundverstopfung bei Ziegen?
Ich habe eben einige Fragen und auch Antworten durchgelesen und war negativ überrascht, dass dazu geraten wird, Zuckerrübenschnitzel trocken zu verfüttern! Entweder stimme Ihre Aussage nicht oder ich wurde belogen, als mir erklärt wurde, dass man diese Rübenschnitzen mindestens 5 Stunden lang in Wasser einweichen soll, da sie stark aufquellen. Wenn das Aufquellen im Magen der Ziege stattfindet, kann das zur Schlundverstopfung führen.
Ich würde keineswegs von einer «Lüge» reden. Über die Form der richtigen Verabreichung von Rüben (Zuckerrüben, Futterrüben) bestehen verschiedene Philosophien. Viel wichtiger scheint mir allerdings, dass - unabhängig von der Verabreichungsart - nur sehr beschränkte Mengen verfüttert werden, die Umstellung langsam erfolgt und auf den Rohfaserausgleich geachtet wird. Ansonsten besteht die Gefahr einer Pansenacidose (Pansenübersäuerung mit schaumigem Durchfall und Fieber). Die Gefahr einer Schlundverstopfung besteht im Übrigen bei allen ungenügend zerkleinerten, relativ festen Futterteilen (Äpfel, Rübenstücke, etc.).
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Was ist ein Glangger-Gitzi?
Ich suche Infos über Glanggergitzi. Ich habe einen Verdachtsfall, habe davon aber noch nie etwas gehört. Dass das Gitzi daran leiden könnte, wurde mir von einer Drittperson gesagt. Wissen Sie Bescheid über diese Krankheit?
Die Glanggerkrankheit wird auch als Gitzischwäche bzw. Lämmerschwäche bezeichnet. Schwächeanzeichen bei Jungtieren können unterschiedliche Ursachen haben und müssen nicht zwingend auf die Glangger-Krankheit hindeuten. Die Glangger-Gitzi kennzeichnet, dass sie anfänglich gesund und munter sind. Im Alter von 4 bis 15 Tagen wird jedoch eine Schwäche an den Hinterbeinen ersichtlich. Die Gitzi bekommen einen unsicheren Gang und knicken hinten ein. Sie sind sehr matt und trinken wenig bis gar nichts. Am Ende liegen sie vollkommen fest. Die Schwäche ist oftmals begleitet von weiteren Krankheiten (z.B. Durchfall oder Lungenentzündung). Die Ursache der Krankheit ist unseres Wissens bislang nicht bekannt. Aus diesem Grund gibt es auch keine schlüssigen Behandlungsempfehlungen. Generell muss das Bemühen auf eine Kräftigung der Tiere ausgerichtet sein. Dazu gehört namentlich eine genügende Milchaufnahme. Es kann vorkommen, dass in Betrieben bis zu 100% der Gitzi von der Glanggerkrankheit betroffen sind. Rund 20-50% der Tiere überlebt die Krankheit nicht. In Anbetracht der unbekannten Krankheitsursache kann der Ziegenhalter zur Vorbeugung nur darauf achten, dass er ideale Voraussetzungen für die Jungtiere schafft. Dazu gehören insbesondere eine gute Fütterung und Pflege der trächtigen Muttertiere und genügend Biestmilch sowie eine helle und saubere Unterbringung für die Gitzi.
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Wie kann ich meine Ziegen vor Stechmücken schützen?
Ich wohne in Spanien und ein Freund hat 2 Ziegen. Eine davon ist trächtig und wird in ca. 1 Monat werfen. Hier gibt es sehr viele Stechmücken und etwas kleinere Mücken, die beissen regelrecht. Diese befallen den Euter der trächtigen Ziege. Was kann man dagegen tun? Ohne Chemie anzuwenden?
Wir zählen uns zwar ebenfalls zu den Freunden der biologischen Tierhaltung. Bei einem massiven Mückenaufkommen muss aber die Wirksamkeit des Schutzmittels bei der Wahl im Vordergrund stehen. Im Fachhandel finden Sie recht taugliche Produkte zum Auftragen auf die Haut mit mehrwöchiger Wirksamkeit, die allerdings nicht auf biologischer Basis hergestellt sind. Zwar befinden sich einzelne biologische Schutzmittel im Angebot und eine mückenabwehrende Wirkung wird u.a. auch Knoblauch (z.B. in Lecksteinen), Koriander oder Lavendel zugesprochen. Deren Wirksamkeit ist jedoch zeitlich begrenzt und ist nach unserer Wahrnehmung nicht auf einen wirklich akuten Befall ausgerichtet. Für jedes Mittel - ob biologisch oder nicht - gilt, dass es keinen absoluten Schutz gegen Mückenstiche geben kann. Wenn immer möglich sollten deshalb Weiden mit starkem Mückenaufkommen gemieden und Massnahmen zur Verminderung von Brutplätzen getroffen werden. Hilfreich ist, wenn sich die Tiere während der Dämmerungszeit im Stall aufhalten, da die Mücken dann am aktivsten sind und sich vor allem auf dem freien Feld bewegen. Die Stallfenster sollten als weiterer Schutz mit engmaschigem Fliegengitter versehen werden. Zur Vermeidung geeigneter Brutplätze ist die Umgebung der Tiere möglichst trocken und sauber zu halten. Feuchte Weiden sind zu meiden oder trockenzulegen.
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Was ist ein «Leckauge» bei Ziegen?
Ich hätte gern noch eine - von mir nicht gefundene Frage - erörtert; Weshalb hat eine meiner Ziegen immer wieder mal ein «Leckauge»? Es läuft eine wässrige Tränenflüssigkeit die Wange hinab, hat sie dadurch Schmerzen und wie kann ich - möglichst natürlich- Abhilfe schaffen?
Der Tränenfluss ist vermutlich die Folge einer Bindehautentzündung, allenfalls verbunden mit einer Hornhautverletzung oder anderen Augenverletzung. Ursachen können zum Beispiel Rauch, Staub, Fremdkörper jeder Art (z.B. Ährenborsten, Holzsplitter), Zugluft und Stösse oder Schläge sein und schliesslich sind auch allergischen Reaktionen möglich. Insbesondere heftige Rangkämpfe mit Kopf- oder Hornstössen können zu Bindehautentzündungen und weiteren Augenverletzungen führen. Zur Behandlung gibt es verschiedene Augensalben, die sie bei Ihrem Tierarzt beziehen können. Eine weitere Ursache für den Tränenfluss könnte eine infektiöse Augenentzündung (sog. Gämsblindheit) sein. Es handelt sich gemäss GPK (Beratungs- und Gesundheitsdienst für Kleinwiederkäuer) um die häufigste Augenerkrankung bei Schafen und Ziegen. Die Tiere zeigen als Symptome Augenausfluss und Rötung der Augenlider. Die Hornhaut wird mit fortgeschrittener Dauer trüb. Zur Behandlung werden Augensalben oder -tropfen eingesetzt. In schweren Fällen sind zudem Antibiotikainjektionen erforderlich. Die Übertragung der Krankheit erfolgt über den direkten Kontakt mit dem Augensekret oder auch über Fliegen. Zur Prävention sind der Fliegenbekämpfung im Stall genügend Beachtung zu schenken und Überbelegungen zu vermeiden. Erkrankte Tiere müssen zudem abgesondert werden. Auch die Übertragung auf den Menschen ist nicht auszuschliessen, weshalb geeignete Schutzmassnahmen im Kontakt mit den erkrankten Tieren vorzusehen sind (Verwendung Wegwerfhandschuhe, Reinigung Stallkleider, etc.).
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Warum kann der Ziegenbock meines Kollegen kein Wasser lassen?
Ein Kollege wollte wissen, was man machen kann, wenn ein Ziegenbock nicht urinieren kann? Ich habe im gesagt er könnte es vielleicht mit Antibiotika probieren oder dann den Tierarzt rufen, ist das OK?
Bei erwachsenen Ziegenböcken treten nicht selten Harnsteine auf. Besonders häufig sind auch kastrierte Böcke betroffen. Die Harnsteine führen dazu, dass das Tier kaum bis gar nicht den Harn absetzen kann. Kennzeichnend für Harnsteine sind auch Fressunlust und ein gestörtes Allgemeinbefinden (Zähneknirschen, unruhiges bis apathisches Verhalten). Ursachen für Harnsteine können unter anderem zu grosse Getreidegaben, sehr kleereiches Futter oder eine zu geringe Wasseraufnahme sein. Letzteres ist vor allem bei kühler Witterung wie im Moment die Gefahr, wenn das Wasser nicht temperiert und in der Folge kaum getrunken wird. Die Anfälligkeit auf Harnsteine kann schliesslich auch vererblich sein. Diesem Umstand ist bei der Zucht Beachtung zu schenken. Gegen Harnsteine hilft unseres Wissens meist nur ein operativer Eingriff, wenn der Bock überleben soll. In jedem Fall kann es nur der Tierarzt richten.
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Was ist eine Ziegen-Grippe?
Die Symptome der Grippe sind denjenigen beim Menschen sehr ähnlich: Husten, Nasenfluss, Niessen, matte Augen, Fressunlust und häufig auch Fieber. Je nach Verlauf besteht zudem die Gefahr einer Lungenentzündung. Für erkrankte Tiere ist eine gute Frischluftzufuhr von besonderer Bedeutung. Fieber wird in der Regel mit Antibiotika bekämpft. Wenn die Grippe nicht behandelt wird, kann sie für die Ziege tödlich enden. Eine trockene und saubere Luft hilft zur Grippe-Prävention. Eine hohe Ammoniak- oder Schwefelwasserstoffkonzentration schadet den empfindlichen Schleimhäuten der Ziegen, was wiederum die Anfälligkeit deutlich erhöht. Besondere Belastungssituationen schwächen ebenfalls das Immunsystem (Transport, Umstallung, Überbelegung, Witterungsumschwung, etc.) und verstärken die Grippegefahr. Eine Schutzimpfung wäre theoretisch möglich. Deren Wirkung wird jedoch verschiedentlich angezweifelt. Nicht zu verwechseln ist die Grippe der Ziegen mit der Coxiellose-Krankheit, obwohl hier neuerdings in den Medien auch von einer «Ziegengrippe» gesprochen wird. Die Coxiellose ist eine bakterielle Infektionskrankheit . Die Tiere selber zeigen kaum Symptome. In Einzelfällen kann es jedoch bei Wiederkäuern zu Aborten und Fruchtbarkeitsstörungen kommen. Die Krankheit ist auf den Menschen übertragbar und äussert sich dann als akute, grippeähnliche Erkrankung (genannt Q-Fieber).
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Wie kann ich meinen geschwächten Ziegenbock aufpäppeln?
Womit kann ich eine Ziege nach einer leichten Vergiftung wieder aufpäppeln? Durch eine rätselhafte Vergiftung hat unser kastrierter Ziegenbock etwa eine Woche kaum bis nichts gefressen und stark abgenommen. Jetzt ist er wieder munterer und frisst auch wieder. Was kann ich ihm geben, damit er wieder zu Kräften kommt?
Wenn die Ursachen der Gesundheitsstörung nicht vollumfänglich bekannt sind und der Bock offenbar nicht allzu schwach ist, würde ich empfehlen, in den nächsten Tagen keinerlei "Futterrisiken" einzugehen. Mit gutem Heu und frischem Wasser können sich die Pansen und Därme am besten erholen. Sollte sich der Zustand wieder verschlechtern, sollten Sie auch nicht zögern, den Tierarzt zu rufen.
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Warum hat die Ziege meines Freundes keine Haare?
Ein Freund von mir hat seit 5 Jahren eine Ziege, die bei Geburt beinahe durchsichtig war. Jeder meinte, dass sie bald sterben würde, da sie komplett ohne Fell geboren wurde. Heute ist sie 5 Jahre alt und immer noch unbehaart, doch ist die Haut nun schwarz, was ist das? Zwischenzeitlich sind ihr ganz vereinzelt ein paar Härchen gewachsen, aber man muss schon echt hinschauen. Wir wollten eigentlich gerne wissen, ob so was manchmal vorkommt, oder einfach auch, ob man etwas unternehmen kann, weil im Winter braucht sie immer soetwas wie einen Pullover und dann verliert sie die wenigen einzelnen Härchen die sie so hat.
Haarlosigkeit bei Ziegen kommt offenbar vereinzelt vor. Sie ist aber äusserst selten. Es handelt sich um einen Erbfehler. Salopp ausgedrückt, fehlt der Ziege in diesen Fällen das "Haar-Gen". Eine Möglichkeit, das Haar zum Wachsen zu bringen, gibt es bei dieser Ausgangslage nicht. Zumindest ist sie uns nicht bekannt.
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Warum hat meine Ziege ein einseitig vergrössertes Euter?
Unsere Zwergziege hat ein einseitig vergrössertes Euter. Das Euter ist aber weder rot noch heiss, ausserdem zeigt die Ziege keinerlei Anzeichen von Krankheit, im Gegenteil, sie tobt und springt, hat Appetit und verhält sich normal. Erwähnt werden sollte noch, dass sie nicht gemolken wird und noch nie trächtig war. Sie ist 5 Jahre alt. Was kann die Ursache sein? Ein einseitig vergrößertes Euter bei einer Ziege kann grundsätzlich ein Hinweis auf eine akute Euterentzündung sein. Diese geht jedoch in der Regel mit weiteren deutlichen Symptomen einher, etwa einer Rötung und Überwärmung des Euters, Schmerzen sowie Fieber und einer Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens. Da Ihre Zwergziege munter ist, normal frisst, sich lebhaft verhält und keine krankhaften Veränderungen am Euter zeigt, ist eine Euterentzündung zum jetzigen Zeitpunkt eher unwahrscheinlich.
Ein einseitig vergrößertes Euter bei einer Ziege kann grundsätzlich ein Hinweis auf eine akute Euterentzündung sein. Diese geht jedoch in der Regel mit weiteren deutlichen Symptomen einher, etwa einer Rötung und Überwärmung des Euters, Schmerzen sowie Fieber und einer Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens. Da Ihre Zwergziege munter ist, normal frisst, sich lebhaft verhält und keine krankhaften Veränderungen am Euter zeigt, ist eine Euterentzündung zum jetzigen Zeitpunkt eher unwahrscheinlich.
Deutlich naheliegender ist eine harmlose Ursache: Auch bei Ziegen, die nie trächtig waren und nicht gemolken werden, kann es vorkommen, dass Milch in eine oder beide Euterhälften einschießt. Dies geschieht vor allem dann, wenn die Tiere hormonell «im Schuss» sind oder sehr energiereiches, saftiges Futter erhalten, etwa auf einer guten Weide. In solchen Fällen vergrößert sich das Euter sichtbar, ohne dass eine Erkrankung vorliegt. Solange das Euter weich bleibt, nicht schmerzhaft ist und sich nicht deutlich erwärmt, besteht in der Regel kein Anlass zur Sorge. Häufig bildet sich die Milch von selbst wieder zurück. Dennoch ist es sinnvoll, die Entwicklung aufmerksam zu beobachten und vorsorglich auf Kraftfutter zu verzichten, da eine anhaltende Milchbildung das Risiko einer späteren Euterentzündung erhöhen kann.
Wie lange die Rückbildung dauert, lässt sich nicht exakt vorhersagen, da sie stark von der Fütterung abhängt. Am schnellsten erfolgt sie meist innerhalb weniger Tage, wenn die Ziege nur noch mit gutem, eher älterem Heu oder mit Stroh gefüttert wird. Dieses Vorgehen entspricht auch dem üblichen „Trockenstellen“ bei Milchziegen. Bleibt die Ziege hingegen auf einer nährstoffreichen Weide, kann sich der Prozess deutlich verlängern. In diesem Fall kann es helfen, besonders energiereiche Pflanzen wie Rotklee gezielt zu entfernen, da dieser einen hohen Eiweiß- und Energiegehalt besitzt und die Milchbildung zusätzlich anregt.
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass bei tatsächlichen Erkrankungen des Euters auch eine medikamentöse Trockenstellung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt möglich ist, bei der ein antibiotikahaltiger Trockensteller in die jeweilige Euterhälfte eingebracht wird. Dies ist jedoch nur bei medizinischer Notwendigkeit angezeigt
