Herkunft
Das angestammte Zuchtgebiet der Appenzeller Ziege sind die beiden Appenzeller Kantone. Häufig ist sie auch im Kanton St. Gallen anzutreffen. In den letzten Jahren fand sie auch zunehmend Anhänger in weiteren Regionen der Schweiz.
Mit der Zucht wurde in Innerrhoden 1902, in Ausserhoden 1914 begonnen. Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte die Appenzellerziege ihre Blütezeit. In dieser Zeit wurde sie in grossem Umfang in die Kantone Zürich und Thurgau verkauft und nach Preussen exportiert. Rund 5000 Zuchttiere wurden damals gezählt. Ab 1920 ging der Export jedoch stark zurück, da die Ziegenhalter immer mehr die kurzfelligen Rassen bevorzugten.
Mit der Appenzellerziege sind Tradition und kulturelle Werte eng verbunden. Im Appenzellerland wird noch heute der Alpaufzug von einem Knaben in Sennentracht angeführt. Hinter ihm zottelt ein halbes Dutzend Appenzeller Ziegen.
Merkmale
Die Appenzellerziege ist eine leistungsfähige, meist hornlose Ziegenrasse mit kräftigem und kompaktem Körperbau, guter Flankentiefe und breitem Rücken. Das reinweisse Haarkleid ist mittellang, an der Hinterhand sogar lang. Die Tiere haben breite, gut aufgehängte Euter. Sie sind sehr robust und wetterfest. Der ausgeglichene und lebhafte Charakter bildet einen weiteren Vorzug dieser schönen Ziegenrasse.
Die durchschnittliche Milchleistung einer 30 Monate alten Ziege lag im Jahr 2008 bei 722 kg (Laktationsdauer 266 Tage) mit 2.9% Fett, 2.7% Eiweiss und 4.5% Laktose. Die Appenzellerziege liegt mit dieser Milchmenge auf Rang vier innerhalb der 11 in der Schweiz geförderten Rassen. Mit durchschnittlich 1.6 Gitzi je Wurf gehört die Appenzellerziege zu den fruchtbarsten Rassen.
Der Schweizerische Ziegenzuchtverband überprüft regelmässig die besonderen Merkmale aller Rassen. Die Resultate der letzten Überprüfung wurden im Forum Kleinwiederkäuer 5/2007 publiziert und gelten ab sofort. Nachfolgend finden Sie die aktuellen, rassenspezifischen Standards der Appenzellerziege für Maximalnoten bei der Bewertung:
- Widerristhöhe: männlich mind. 85 cm, weiblich mind. 75 cm
- Minimalgewicht: männlich mind. 75 kg, weiblich mind. 55 kg
- Haut: fein, weiss
- Horn: hornlos, gehörnt
- Haar: mittellang bis kurz
- Farbe: Weiss, am Euter kleine Pigmentflecken erlaubt.
- Besonderes: Enthornte Böcke und Ziegen werden akzeptiert.
Während man heute bei Appenzellerziegen sofort an weisse und langhaarige Geissen denkt, war das früher anders: Im vorigen Jahrhundert gab es von dieser Rasse auch schwarze, braunrote und entsprechend gefleckte Vertreter. Neben Langhaarigen sah man auch Kurzhaarige, Gehörnte und Ungehörnte bunt gemischt. Obwohl sich die kurzhaarige Saanenziege und die langhaarige Appenzellerziege Anfang des letzten Jahrhunderts noch vielerorts glichen, wurde nach und nach eine Abgrenzung zwischen beiden Rassen gesucht. Es kam aber immer wieder zu Einkreuzungen, und in der Zürcher Region entwickelte sich gar eine sogenannte Zürcherziege, die zwischen der Saanen- und der Appenzellerziege stand. Sie wird heute der Appenzeller Ziegenrasse zugerechnet.
Zuchtziele
Die Appenzeller Ziege soll in ihrer Eigenart erhalten und gefördert werden. Der Leistungsfähigkeit wird besondere Beachtung geschenkt.
Zuchtziel (200 Tage/Alk 3 => 30 Mt.)
kg Milch > 750
35.2% > 750 kg Milch
Fett % > 2.90
32.9% > 2.90% Fett
Eiweiss % > 2.70
21.1% > 2.70% Eiweiss
Wer es genauer wissen will, kann die Rassemerkmale und Zuchtvoraussetzungen auf der Seite der Appenzellerziege des Schweizerischen Ziegenzuchtverbands nachlesen.



